Beschaffung

Beschaffung

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Be|schạf|fung 〈f. 20; unz.〉 das Beschaffen, Herbeischaffen, Kauf, Besorgung

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Be|schạf|fung, die; -, -en:
das 2Beschaffen:
die B. von Informationen.

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Beschaffung,
 
diejenigen Tätigkeiten eines Unternehmens, die darauf gerichtet sind, alle für die Leistungserstellung notwendigen Produktionsfaktoren zu erlangen und bereitzustellen. Im weiteren Sinn zählen zu den Beschaffungsobjekten Material, Anlagegüter, Arbeitskräfte (Personalwesen), Kapital (Finanzierung), Dienstleistungen, Rechte, externe Informationen, im engeren Sinn allerdings nur Sachgüter (Roh-, Hilfs-, Betriebsstoffe und Halbfabrikate) und Dienstleistungen (einschließlich Rechte und Informationen). Im Gegensatz zum stark verrichtungsorientierten Begriff Einkauf wird durch den Beschaffungsbegriff die marktorientierte Ausrichtung der Versorgungsfunktion verdeutlicht. In der Praxis werden beide Begriffe gleichbedeutend verwendet.
 
Zu den Beschaffungsaufgaben zählen Bezug, Lagerung und innerbetriebliche Transport der Güter. Analog zum betrieblichen Teilbereich Absatz vollzieht sich die Beschaffung auf dem Beschaffungsmarkt, auf dem das Unternehmen seine an den Unternehmenszielen ausgerichtete Beschaffungspolitik verfolgt. Dieses Beschaffungsmarketing will verdeutlichen, dass der Einkauf das gesamte ihm zur Verfügung stehende beschaffungspolitische Instrumentarium einsetzen sollte, um die Märkte im Interesse des Unternehmens zu beeinflussen. Hierzu gehören u. a. Entscheidungen über das Beschaffungsprogramm (Art, Menge und Qualität der Beschaffungsgüter), über Eigenfertigung oder Fremdbezug, über Preis und Konditionen, über Lieferanten (Bezug über Handel oder direkt beim Hersteller). Allgemeines Ziel der Beschaffung ist es, die benötigten Güter in der richtigen Qualität, den richtigen Mengen, am richtigen Einsatzort und zur richtigen Zeit zu möglichst geringen Beschaffungskosten (Einkaufspreis zuzüglich Nebenkosten der Beschaffung wie Fracht, Transportversicherung, Zoll u. Ä.) und Lagerhaltungskosten bereitzustellen. Entscheidungsgrundlage für die Bereitstellung von Gütern ist u. a. der sich besonders aus der Fertigungs- und Finanzplanung ergebende Materialbedarf. Der Entscheidungsfindung dienen v. a. Bereitstellungsprinzipien für Beschaffungsgüter, wobei die Beschaffung im Bedarfsfall, die Beschaffung auf Vorrat und die einsatz- oder fertigungssynchrone Beschaffung (Kanban-System) bei lagerloser Fertigung (Just-in-time-Fertigung) zu unterscheiden sind.
 
Vor dem Hintergrund der Globalisierung und zunehmenden Sättigung der Märkte sowie der Verkürzung von Innovations- und Produktlebenszyklen unterliegen Industrieunternehmen weltweit verschärften Wettbewerbsbedingungen, die zu rationelleren und kostengünstigeren Beschaffungsstrategien zwingen. Neben die einsatzsynchrone Beschaffung, die in der Regel zur Ein- beziehungsweise Zweiquellenversorgung (Singlesourcing beziehungsweise Doublesourcing) auf der Grundlage langfristiger Verträge und kooperativer Beziehungen mit spezialisierten Zulieferern führt, tritt auch die Fremdvergabe von Montageleistungen an Systemlieferanten, die eigenverantwortlich die Koordinierung der Materialströme zwischen den ehemaligen direkten Zulieferern und dem Abnehmer übernehmen. Im Rahmen der internationalen Arbeitsteilung werden Beschaffungsaktivitäten unter Ausnutzung lohnkostenbedingter Preisvorteile zunehmend auf internationale Märkte ausgerichtet (Globalsourcing).
 
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie v. a. auch in den folgenden Artikeln:
 
Absatz · Bestellung · Einkauf · Lager · Logistik · Marketing · Materialwirtschaft
 
 
E. Grochla u. P. Schönbohm: B. in der Unternehmung (1980);
 C. C. Berg: B.-Marketing (1981);
 N. Harlander u. G. Platz: B.-Marketing u. Materialwirtschaft (21982);
 
Globales Management, hg. v. M. K. Welge (1990).

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Be|schạf|fung, die; -: das 1Beschaffen: die B. von Informationen.

Universal-Lexikon. 2012.

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